07.11.2017

KVV schließt Zukunftspakt für kommunale Unternehmensgruppe

Absicherungsvertrag mit ver.di bildet Grundlage der Neuausrichtung – wirtschaftliche Stabilität des Konzerns als gemeinsame Aufgabe

Kassel, 6. November 2017. Die angestrebte Neuausrichtung der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) kann in geregelten Bahnen verlaufen. Nach konstruktiv geführten Verhandlungen hat die Geschäftsführung der KVV mit der Gewerkschaft ver.di einen Beschäftigungssicherungsvertrag geschlossen. Er schafft für den geplanten Umbau eine belastbare Basis. Mit dem Vertrag bekennt sich die Geschäftsführung zu ihrer besonderen Verantwortung als kommunaler Arbeitnehmer, die Arbeitnehmervertreter akzeptieren die Notwendigkeit nachhaltiger Veränderungen und Kostensenkungen.

Der Vertrag sieht vor, dass alle notwendigen Veränderungen ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden. Der mit der Kostensenkung verbundene Personalabbau soll sozialverträglich durch Maßnahmen wie natürliche Fluktuation, altersbedingtes Ausscheiden oder Auslaufen von befristeten Arbeitsverhältnissen erfolgen. Nach Abschluss des Sicherungsvertrags soll nun auch der Interessenausgleich für die geplanten Maßnahmen verhandelt werden. Es ist vereinbart, alle Verhandlungen bis Ende 2018 abzuschließen. Die Umsetzung soll dann schrittweise bis 2022 erfolgen.

 

Die geplante Neuausrichtung der KVV steht auf drei Säulen. Neben jährlichen Kostensenkungen von 27 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 sollen die bestehenden Geschäftsfelder zukunftsfähig ausgerichtet sowie neue entwickelt werden. Nach den Worten des Vorsitzenden der Geschäftsführung der KVV, Dr. Michael Maxelon, ist das Zielbild der Neuausrichtung ein wirtschaftlich starkes und leistungsfähiges kommunaler Infrastrukturunternehmen, das die steigenden Bedürfnisse einer modernen städtischen Gesellschaft befriedigt und den wachsenden ökonomischen und ökologischen Herausforderungen begegnen kann. „Wir bewegen uns als kommunales Unternehmen in einem sich dynamisch verändernden Umfeld. Traditionelle Ertragsquellen brechen weg, die Stadt Kassel wächst, die Ansprüche der Bürger steigen und die Herausforderungen durch Klimawandel und Umwelt- und Ressourcenschutz verschärfen sich. Um all dies bewältigen und die richtigen Antworten geben zu können, brauchen wir ein ökonomisch starkes und organisatorisch wendiges Unternehmen. Deshalb haben wir frühzeitig den Prozess der Neuausrichtung eingeleitet. Wir haben den Absicherungsvertrag geschlossen, um den Mitarbeitern die Sicherheit zu geben, die es braucht, um sich voll auf die vor uns liegenden Aufgaben konzentrieren zu können. Wir brauchen den ganzen Sachverstand, um das Unternehmen voran zu bringen.“

Der Sicherungsvertrag gilt für alle Arbeitnehmer der KVV-Gesellschaften. Er steht unter dem Vorbehalt, dass die angestrebte Kostensenkung erreicht wird und dass keine signifikanten Änderungen im gesetzlichen oder regulatorischen Umfeld der Gesellschaft erfolgen, die die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens gefährden.

In Kürze
  • Absicherungsvertrag für die Beschäftigten der Stadtwerke und der Verkehrsgesellschaft schließt betriebsbedingte Kündigung bis 2026 aus
  • Betriebsrat trägt Kostensenkungsziel von 27 Millionen Euro bis 2022 mit
  • Personalabbau unter Wahrung der sozialen Verantwortung eines kommunalen Arbeitgebers
  • Positiver Interessenausgleich bis Ende 2018

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