20.05.2011

Städtische Werke und KVG testen neue Mobilitätskonzepte

E-Mobile im Carsharing

Kassel, 19. Mai 2011. Nordhessen entwickelt sich nicht nur immer mehr zum Motor des Ausbaus der regenerativen Energien. Auch bei der Elektro-Mobilität ist die Region führend. Neuestes Projekt der Städtischen Werke und der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG): Ein E-Mobil im Carsharing, das an einer Schnellladesäule im Königstor bereit steht. Die Nordhessen möchten demonstrieren, dass die umweltfreundliche Mobilität der Zukunft auf eine intelligente Kombination von ÖPNV und dem elektromobilen Individualverkehr baut.

Seit Donnerstag, 19. Mai 2011, gibt es eine weitere E-Tanke in der Kasseler Innenstadt. Sie ist Teil der flächendeckenden Ladeinfrastruktur mit 70 Ladepunkten in Nordhessen, die gemeinsam von den Partnern der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) aufgebaut wird. Das besondere an der Ladesäule: Sie kann 380 Volt und Drehstrom bereit stellen – und lädt damit die Batterie des Carsharing-Autos in guten zweieinhalb Stunden. An einer normalen Ladesäule wären acht Stunden fällig.

Die Städtischen Werke und die KVG testen zum ersten Mal den Einsatz eines Elektro-Mobils im Carsharing. Es wird Betriebserfahrung im Verleih gesammelt. Deshalb kann der Stromos des nordhessischen Elektroauto-Pioniers German E-Cars in der Testphase zunächst nur von Mitarbeitern der KVV-Gruppe genutzt werden. Hat sich das System als benutzerfreundlich und praxistauglich bewährt, wird es über den Carsharing-Partner „einfach mobil“ allgemein zugänglich sein. Zudem soll später eine Integration in das Tarifsystem des ÖPNV getestet werden. Somit können alle Interessierten erstmals ein E-Mobil fahren, wenn sie Kunde bei einfach mobil sind.

Die Erfahrung von E-Mobilisten ist, dass sie ihre Elektrofahrzeuge anders nutzen als Fahrer normaler Autos. Gerade einmal 5.000 Kilometer im Jahr sind der Schnitt. Außerdem wird vor allem auf kurzen Strecken gefahren. Das bedeutet, dass sich das Mobilitätsverhalten langsam, aber grundsätzlich verändert. Weg von der fast ausschließlichen Nutzung des eigenen PKWs, Motorrades oder des ÖPNV hin zu einem Mix aus vielen unterschiedlichen Bestandteilen. Das Elektroauto dient als Ergänzung zum Fahrrad oder auch Elektrorad, zum Laufeb oder vor allem zum öffentlichen Nahverkehr.

Diese Kombination ist nach Meinung der Städtischen Werke und der KVG ideal, um in Zukunft umweltfreundlich, aber dennoch möglichst flexibel unterwegs zu sein. Individuelle Mobilität ist bei einem gut ausgebauten Nahverkehrssystem nicht zu jedem Zeitpunkt notwendig. Bus und Bahn bieten im Regelfall genügend Spielraum, sind preisgünstig und schnell. Das eigene Auto muss daher nicht sein. Braucht man aber doch einmal ein KFZ, um beispielsweise Einkäufe zu erledigen, kann man auf Elektroautos im Verleihsystem zurückgreifen. Ergebnis: Flexibilität, wo und wann gewünscht, geringe Kosten und vor allem ein hoher Nutzen für die Umwelt durch geringe Emissionen. Die Städtischen Werke und die KVG stehen mit ihrer Einschätzung der Mobilität der Zukunft nicht alleine da. Deshalb haben sie gemeinsam mit der Universität Kassel, dem NVV und der Firma Fräger ein Forschungsprojekt mit einer Förderhöhe über 2,5 Millionen Euro beantragt. Wenn Sie den Zuschlag erhalten, wird das Konzept mit weiteren E-Autos ausgebaut. Zudem soll auch der Einsatz von Elektrofahrrädern für Dienstwege der eigenen Mitarbeiter getestet werden.

Die neue Schnellladesäule der Städtischen Werke bietet ein besonderes Schmankerl. Anstelle der sonst üblichen Freischaltkarte für die E-Tanken lässt sich auch ein ÖPNV-JobTicket frei schalten. Das ist derzeit zwar noch eine individuelle Lösung aus dem Labor der Städtischen Werke, bei nachgewiesener Praxistauglichkeit kann das aber auch einem breiteren Publikum angeboten werden.

Teilen Sie diese Neuigkeit in Ihrem Netzwerk