30.05.2017

Stromspar-Check: erfolgreich gespart in Stadt und Landkreis Kassel - Einkommensschwache Haushalte lernen, Energie zu sparen

Stefan Welsch, Vorstand der Städtischen Werke, rät, beim Verbrauch genauer hinzusehen. So lasse sich am meisten sparen. (Bild Städtische Werke AG)

Kassel, 30. Mai 2017. Über 150.000 Euro Energiekosten gespart. Das ist die Bilanz, die die Initiative Stromspar-Check zieht. Oder, um genauer zu sein, in einigen Jahren ziehen wird. Denn so viel Geld für Energie und Wasser werden einige hundert einkommensschwache Haushalte langfristig gespart haben – am Ende der Lebensdauer der von den Beratern des Stromspar-Checks installierten Stromsparhilfen wie schaltbaren Steckleisten, Energiesparlampen, aber auch von energieeffizienten neuen Kühlschränken oder neuen Duschköpfen.

Im Jahr 2016 haben die insgesamt sieben Energiesparberater der Initiative 153 einkommensschwache Haushalte besucht, deren Verbrauch untersucht, Tipps gegeben, wie einfach Energie eingespart werden kann, und fast 1.400 Soforthilfen im Wert von rund 7.500 Euro zum Energie sparen verteilt oder gleich vor Ort Installiert. Zusätzlich wurden 84 Gutscheine über 150 Euro ausgegeben, die den Austausch von alten Kühlschränken gegen hocheffiziente A+++-Neugeräte fördern. Der durchschnittliche Haushalt spart bereits im ersten Jahr 150 Euro für Strom und Wasser sowie Energiekosten für die Warmwasserbereitung. Zusätzlich zu der Beratung bietet der Stromspar-Check auch ein Kühlgerätetauschprogramm an. Mit einem hocheffizienten Neugerät lassen sich weitere 100 Euro im Jahr sparen.

Der größte Teil der ausgegebenen Soforthilfen waren Energiesparlampen. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 803 oder 5,3 pro Haushalt. Und an Energiesparlampen denken laut Jörg Klinkenberg vom Stromspar-Check auch die meisten Menschen, wenn es um einen hohen Stromverbrauch geht: „Dabei macht die Beleuchtung nur den kleinsten Teil im Haushalt aus. Den größten Teil verbraucht die sogenannte weiße Ware, also Spülmaschine, Waschmaschine und Kühlschrank, aber auch die Warmwasserbereitung.“

Neben den Energiesparlampen waren vor allem Kühlschrankthermometer und Wassersparhilfen gefragt: „Wasser aus Umweltgründen zu sparen, haben die meisten von uns im Blut. Obwohl es in Nordhessen eigentlich nicht notwendig ist, denn wir haben ausreichend Wasser. Was aber oft vergessen wird: Warmes Wasser muss ja erst mit viel Energie erwärmt werden. Und das kostet Geld. Deshalb ist es sinnvoll, warmes Wasser zu sparen“, so Stefan Welsch, Vorstand bei den Städtischen Werken, die den Stromspar-Check in Kassel seit dem Start Anfang 2013 finanziell unterstützen.

Klinkenberg betont, dass der Stromspar-Check aber nicht nur eine sozialpolitische Komponente hat: „Natürlich geht es darum, die Haushalte finanziell zu entlasten. Genauso wichtig ist aber auch der klimapolitische Aspekt. Hinzukommt, dass wir einen gewisse Bildungsarbeit in den Haushalten leisten und Möglichkeiten zur Selbsthilfe aufzeigen. Und gar nicht vergessen darf man, dass unsere Energieberater vorher Langzeitarbeitslose waren, die wir qualifizieren und langfristig an den ersten Arbeitsmarkt heranführen.“

Der Stromspar-Check wird von Stadt und Landkreis Kassel, den Städtischen Werken, dem BUND, dem Caritasverband Nordhessen-Kassel und der ENERGIE 2000 unterstützt. Initiatoren sind der Deutsche Caritasverband und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt im Rahmen der Klimaschutzinitiative ebenso.

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