Tag des Waldes: Pilotprojekt für Waldbrandschutz im Windpark Stiftswald gestartet

Der Windpark Stiftswald bei Kaufungen mit dem Michelskopfsee – hier sind die ersten Brandmeldesensoren im Einsatz. (Bild Städtische Werke AG)
- Frühzeitiges Erkennen von Bränden
- Echtzeitmeldungen über Entstehung, Position und Ausbreitung
- Effizienter Schutz des Waldes und der Windenergieanlagen
Kassel, Kaufungen, 20. März 2026. Der 21. März wird seit 1971 traditionell als „Internationaler Tag des Waldes“ begangen. Die Botschaft ist einfach: Wälder schützen und nachhaltig nutzen, anstatt sie zu zerstören. Mit der Bedrohung durch den Klimawandel hat der Tag in den letzten Jahren eine weitere wichtige Bedeutung erhalten. Denn heiße, trockene Sommer und damit zusammenhängende Waldbrände werden immer häufiger.
Im Rahmen eines Pilotprojekts hat die Windpark Stiftswald GmbH & Co. KG seit Beginn des Jahres 2025 27 Waldbrandsensoren im Rahmen einer Bosch-Lösung zur Früherkennung von Vegetationsbränden im Windpark Stiftswald beim nordhessischen Kaufungen installiert. „Diese Sensoren sind als „elektronische Nase“ in rund drei Metern Höhe an Bäumen befestigt. Unser System, der Bosch Wildfire Detection Service, detektiert dabei zuverlässig Vegetationsbrände und das unabhängig von den Wetterbedingungen“, erläutert Christoph Vieregge, Kundenteam Life Safety bei Bosch Building Technologies. Dabei deckt jeder Sensor einen Bereich von etwa einem Hektar ab und arbeitet vollständig autark. Die Sensoren werden durch Photovoltaik-Zellen betrieben und gewährleisten auch im Winter eine stabile Verbindung. Mehrere Feuer- und Funktionstests vor Ort gemeinsam bestätigten eine hohe Zuverlässigkeit des Systems. Vorteil: Es liefert Echtzeitmeldungen über Brandentstehung, Position und Ausbreitung.
Anlass für die Entwicklung des Sicherheitssystems war ein Waldbrand im Stiftswald bei Kaufungen am 14. Juni 2023. Das Feuer brannte auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern in der Nähe des Michelskopfsees und drohte zudem, auf ein Umspannwerk sowie eine Windkraftanlage überzugreifen. Es konnte zwar dank des schnellen Einsatzes der Feuerwehren sowie eines Polizeihubschraubers rechtzeitig unter Kontrolle gebracht werden. Doch die Frage blieb: Wie können in Zukunft Waldbrände frühzeitig erkannt und möglichst verhindert werden.
Die entscheidende Idee: Die Entwicklung und Installation eines sensorgestützten Systems zur frühzeitigen Erkennung von Vegetationsbränden. Die Idee zum Einsatz der Bosch-Lösung hatte Bernd Schmidt, ein Mitarbeiter der Städtischen Werke und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Hofgeismar. Er war auch bei dem Brand im Stiftswald eingesetzt. Schmidt kannte die Technik durch frühere Kontakte zur Firma Bosch, als sich die Lösung noch in Entwicklung befand.
Nach dem erfolgreichen Start des Pilotprojekts planen die Städtischen Werke, weitere Windparks mit der Technik auszustatten. „Wir möchten das Risiko von Wald- und Vegetationsbränden nachhaltig reduzieren und natürlich auch unsere Windenergieanlagen schützen. Deshalb denken wir gerade über die Installation weiterer Sensoren im Stiftswald nach“, so Werke- Mitarbeiter und Feuerwehrmann Schmidt.
Die Städtische Werke AG aus Kassel hat den Windpark Stiftswald geplant und errichtet. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme hat sie den Großteil der Anteile abgegeben. Der Anteil der Städtischen Werke liegt aktuell bei 33 Prozent. Weitere Beteiligte sind die Bürgerenergiegenossenschaften Kassel & Söhre, Werra-Meißner, Wolfhagen, Niestetal, KaufungerWald und Waldhessen, die Gemeinden Kaufungen und Lohfelden sowie die Stadtwerke aus Bad Sooden-Allendorf und Eschwege. Die breite Gesellschafterstruktur fördert eine maximale Wertschöpfung und Verantwortung für die Region.
Aktuell entstehen im Windpark Stiftswald drei weitere Anlagen der 7-Megawattklasse. Sie werden jährlich rund 48.000 Megawattstunden Strom erzeugen. Das reicht aus, um den Bedarf von 16.000 Haushalten zu decken und jährlich bis zu 37.000 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen.