15.03.2017

Unerwünschte Anrufe, Falschaussagen, Betrugsverdacht - RWE-Tochter Eprimo mit wettbewerbswidrigen Methoden auf Kundenfang

Warnt vor den wettbewerbswidrigen Methoden der RWE-Tochter Eprimo und bittet die Kasseler Bürger um Unterstützung: Städtische Werke-Vorstand Stefan Welsch. (Bild Städtische Werke AG)

Kassel, 15. März 2017. Dass die großen Energiekonzerne die Energiewende verschlafen und mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, ist keine Neuigkeit. Dass die RWE-Tochter Eprimo mit teils wettbewerbswidrigen und auch möglicherweise betrügerischen und damit strafbaren Methoden auf Kundenfang geht, auch nicht. Neustes Beispiel aus Kassel. Ein Städtische Werke-Kunde erhielt am 20. Februar 2017 einen unerwünschten und damit wettbewerbsrechtlich verbotenen Werbeanruf.

Der Anrufer behauptete wahrheitswidrig, dass die Firma Eprimo die Städtischen Werke mit umweltfreundlichem Strom versorgen würde. Deshalb benötige man Vertragskonto- und Zählernummer, die IBAN, E-Mailadresse und weitere Angaben. Dann erhielt der Kunde eine E-Mail, die er bestätigen sollte. Damit hätte er Eprimo beauftragt, seinen Stromliefervertrag mit den Städtischen Werken zu kündigen – doch das kam ihm merkwürdig vor und er informierte seinen Kasseler Versorger.

Sehr zu recht, wie Stefan Welsch, Vorstand der Städtische Werke AG, bestätigt: „Eprimo ist schon häufiger mit diesen unlauteren Methoden aufgefallen, beispielsweise in Düsseldorf, Dresden, Heidelberg, Hannover, Ingolstadt oder Fulda – und hat vor Gericht entsprechende Urteile kassiert. Und auch wir werden rechtlich gegen dieses wettbewerbswidrige Verhalten vorgehen.“

Das wettbewerbswidrige Vorgehen dieser bundesweit tätigen Energielieferanten folge meist ähnlichen Mustern, erläutert Welsch. Sie rufen unerwünscht an oder klingeln an der Haustür und behaupten, vom lokalen Energieversorger zu kommen oder mit ihm zu kooperieren. Eine andere Masche des sogenannten Stadtwerketricks, die in Kassel schon häufig angewandt wurde: Die Städtischen Werke hätten die Versorgung an ein anderes Unternehmen abgegeben oder stünden kurz vor der Insolvenz. Wer jetzt nicht unterschreibe, sei bald ohne Strom.

Viele Kunden bemerken die Masche indes und melden sich bei ihrem eigentlichen Versorger und berichten, wie mit ihnen umgegangen wurde. „Sie wurden massiv unter Druck gesetzt. Einige haben auch erzählt, dass sie wüst beschimpft wurden, weil sie kein Interesse hatten, den Versorger zu wechseln“, so der Werke-Vorstand.

Die Städtischen Werke bitten die Kasseler Bürger um Unterstützung: „Wenn Sie von einem Anbieter mit dem Stadtwerketrick oder ungewollter Telefonwerbung belästigt wurden, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Wir werden in jedem Einzelfall prüfen, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden können“, erklärt Welsch.

Er gibt auch zu bedenken: „Man sollte sich bewusst für einen Versorger entscheiden. Es ist ein Unterschied, ob man von einem Großkonzern oder einem lokalen Anbieter versorgt wird. Wir bauen die erneuerbaren Energien vor Ort aus, wir stärken die Wertschöpfung in Nordhessen und wir schaffen Arbeitsplätze. Davon profitiert die gesamte Region.“

Kontakt: 0561 782 3030 oder kundenservice@sw-kassel.de.

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