19.11.2019

Zukunft gesichert: documenta forum übergibt Laserscape Kassel an Städtische Werke

Kassels Energieversorger betreibt documenta Kunstwerk

Die Laserscape Kassel, die jeden Samstag zu sehen ist, wird von kleiner, aber hochmoderner Technik an den Kasseler Himmel gestrahlt. documenta Generaldirektorin Dr. Sabine Schormann, Jörg Sperling, erster Vorsitzender des documenta forums, Oberbürgermeister Christian Geselle und Städtische Werke-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Maxelon (v.l.), haben sich die Installation bei der Übergabe an die Städtischen Werke genau angesehen. (Bild Andreas Fischer, Rechte Städtische Werke)

Kassel, 8. November 2019. Die Zukunft eines der bekanntesten und beliebtesten documenta Kunstwerke ist gesichert. Das documenta forum hat das Lichtkunstwerk Laserscape Kassel des kürzlich verstorbenen Künstlers Horst H. Baumann am Freitag, 8. November 2019, den Städtischen Werke übergeben, die den Laser im Zwehrenturm des Fridericianums künftig betreiben werden. Das Recht am Kunstwerk selbst und das Recht zum Betrieb der Laserscape Kassel hatte die Stadt vom Künstler Baumann im Jahr 2018 erworben. Das Kunstwerk wurde zur documenta 6 im Jahr 1977 unter der Leitung von Manfred Schneckenburger geschaffen.

Oberbürgermeister Geselle freut sich, dass die Städtischen Werke den Betrieb der Laserscape Kassel für die nächsten Jahre garantieren: „Die Laserscape Kassel ist eines der Wahrzeichen Kassels. Einerseits ist sie Symbol für Moderne und Hightech, andererseits wird sie wie viele in Kassel verbliebene documenta Kunstwerke von den Menschen und Besuchern der Stadt geliebt. Deshalb ist es gut, dass uns dieses wichtige Kunstwerk auch in den kommenden Jahren erhalten bleibt. Die Laserscape ist ein Teil von Kassel.“

Dr. Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Städtischen Werke, verweist auf die enge Verbundenheit des Unternehmens mit dem Kunstwerk. „Vier Mitarbeiter der Städtischen Werke haben in den Jahren zwischen 2000 und 2007 in ihrer Freizeit den Betrieb der Laserscape aufrechterhalten. Jetzt kümmern sich die Städtischen Werke als Unternehmen um den Betrieb. Und ich finde, das passt hervorragend. Weil wir uns mit Licht und Energie bestens auskennen. Danken möchte ich vor allem dem documenta forum, das den Laser über zehn Jahre lang betrieben hat, der Stadt Kassel, weil sie so weitsichtig war, mit dem Künstler die Rechteübertragung zu vereinbaren, der documenta gGmbH, dass wir die Räumlichkeiten im Zwehrenturm nutzen dürfen, und auch der Museumslandschaft Hessen Kassel für die Nutzung der Orangerie.“

Die Laserscape Kassel wurde schnell zu einem modernen Wahrzeichen Kassels. Dem persönlichen Engagement des damaligen Oberbürgermeisters Hans Eichel und des HNA-Verlegers Rainer Dierichs ist es schließlich zu verdanken, dass das Lichtkunstwerk ab 1979 zur weltweit ersten permanenten Laser-Licht-Skulptur im öffentlichen Raum werden konnte. Diebstahl und Vandalismus brachten die Laserscape im Jahr 1992 zum Verlöschen – bis die Städtische-Werke-Mitarbeiter Hans-Jörg Simmes, Gunter Gaedtke, Dieter Glafenhein und Peter Koch im Jahr 2000 den Laser wieder zum Erstrahlen brachten. Ab 2007 hatte dann das documenta forum den Betrieb verantwortet.

„Die Laserscape ist ein leuchtendes Symbol dafür, wie sehr Kunst und Kultur hier in Kassel wertgeschätzt werden und welchen besonderen Stellenwert beide in der documenta Stadt genießen. Ich freue mich darüber, dass die Arbeit des kürzlich verstorbenen Künstlers Horst H. Baumann durch den Schulterschluss von Bürgern, Stadt und Unternehmen dauerhaft erstrahlt“, so Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker.

Dr. Sabine Schormann, Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, über die Bedeutung des Lichtkunstwerks Laserscape Kassel: „Die zur documenta 6 geschaffene Laserscape des Künstlers Horst H. Baumann ist ein zentrales Wahrzeichen der Stadt Kassel. Jeden Samstagabend verweist der Strahl am Himmel – der vom Fridericianum zum Herkules, zum Hessischen Landesmuseum und zur Orangerie führt – auf das Selbstverständnis als „documenta Stadt“. Ich freue mich sehr, dass die Wartung dieses bedeutenden Kunstwerks, nachdem es wiederholt durch bürgerschaftliches Engagement erhalten werden konnte, nun wieder in die erfahrenen Hände der Städtischen Werke übergeht.“

Jörg Sperling, erster Vorsitzender des documenta forums, über das langjährige Engagement: „Das documenta forum ist schon stolz darauf, dass mit der Aktion „Mein LaserMeter“ im Jahr 2007 sich so viele Bürger und Unternehmen mit Spenden für das Laserkunstwerk von Horst H. Baumann engagierten und das seitdem mit moderner Lasertechnik betrieben werden kann, für die der gesamte Strombedarf durch eine PV-Anlage auf dem Dach des Fridericianums nachhaltig gedeckt wird. Der Wunsch von Horst H. Baumann und auch des documenta forums war es immer, dass neben dem grünen auch der rote Laserstrahl wieder leuchtet, wie bei der documenta 6 1977. Wir hoffen, dass dies eines Tages realisiert werden kann.“ Aktuell sind im Zwehrenturm zwei moderne, effiziente grüne Laser im Einsatz. Sie verbrauchen mit einer elektrischen Leistung von 500 Watt für 15 Watt Lichtleistung lediglich ein Prozent des ursprünglich notwendigen Stroms.

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